Die KBV selbst spricht von drastischen Kürzungen. Fachverbände wie der BVDH warnen seit Monaten, dass diese Politik die wirtschaftliche Grundlage der humangenetischen Labore und Praxen untergräbt und damit genau jene Diagnostik gefährdet, auf der moderne Präzisionsmedizin beruht. Wer an der genetischen Diagnostik spart, spart an der Präzisionsmedizin der Zukunft.
Die Folgen sind absehbar: fehlende Diagnosen, verspätete Therapien und im schlimmsten Fall falsche oder unterlassene Behandlungen. Gerade in der Humangenetik kann ein unzureichender Befund bedeuten, dass Patientinnen und Patienten zu spät die richtige Therapie erhalten oder unnötige Behandlungswege durchlaufen. Die Sparmaßnahmen sind fachlich nicht vertretbar und gesundheitspolitisch verantwortungslos.
Die geplanten Kürzungen finden auch über die deutsche Fachpresse hinaus Beachtung, etwa beim US-Genomik-Fachdienst GenomeWeb und bei POLITICO. Der Beschluss sendet ein fatales Signal: Statt Versorgung zu sichern, wird ein zentraler Bereich der Diagnostik systematisch ausgehöhlt.
Weiterführende Informationen:
Julia Karow, Drastic Clinical Sequencing Reimbursement Cuts in Germany Will Put Providers Under Pressure, GenomeWeb, 17. Juni 2026, https://www.genomeweb.com/sequencing/drastic-clinical-sequencing-reimbursement-cuts-germany-will-put-providers-under-pressure. PDF des Originalbeitrags (mit freundlicher Genehmigung von GenomeWeb) unter: https://www.bvdh.de/aktuelldetail/verguetungskuerzungen-in-der-humangenetik-internationale-fachberichterstattung.
Louis Westendarp, Humangenetik, in: POLITICO Pro Gesundheit am Morgen, 11. Juni 2026, S. 3, https://pro.politico.eu/news/friedensangebot-an-die-pharmabranche. PDF des Originalbeitrags (mit freundlicher Genehmigung von POLITICO) unter: https://www.bvdh.de/aktuelldetail/politico-interview-mit-prof-elke-holinski-feder-zu-den-honorarkuerzungen-in-der-humangenetik.
Die Vorstände des BVDH und der GfH
Pressemeldung | 3. Juli 2026